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Schulhund Pelle - unser flauschiger Klassenkamerad

16.06.2019

WN-Artikel vom Greven - 13.6.19 von Hannah Schrand

Pelle geht zur Schule. Er hat zerzaustes, weißes Fell, hechelt, wenn er zwischen den Stühlen und Tischen umhertrottet und trägt sein Lieblingskuscheltier immer in der Schnauze. Die Klasse 3d der St. Martini Grundschule hat montags, dienstags und freitags einen ganz besonderen Mitschüler – Pelle, den sechsjährigen Labradoodle. Halb Labrador, halb Pudel.

Klassenlehrerin Kirsten Reiferth hat ihn Anfang diesen Schuljahres das erste Mal in die lebhafte Klasse mitgebracht. Und jetzt ist er für die 19 Schüler nicht mehr wegzudenken. „Er ist mein Freund geworden“, sagt Amelia.

In einer anderen Klasse hat Reiferth erste Erfahrungen mit einem Klassenhund machen können. „Die Aura, die ein Hund in eine Gruppe mitbringt und auf Kinder überträgt, ist verblüffend“, sagt die Grundschullehrerin.

Nach einer zweijährigen Ausbildung zum Therapiehund konnte sie ihren Hund vor fast einem Jahr das erste Mal mit in den Unterricht bringen. Die Kinder waren natürlich vorbereitet: Mit Bildern und Videos hat sie den Schülern Pelle näher gebracht. Spielerisch wurden Regeln für das Miteinander entwickelt.

An dem großen Tag konnten die Kinder entscheiden: Wollen sie auf den Stühlen oder Tischen sitzen? Oder wollen sie lieber erst im Hinterraum warten und ihn durch die verglaste Front beobachten, bevor sie mit dem doch recht großen Hund Kontakt aufnehmen? „Letztendlich hat ihn jeder schon am ersten Tag gestreichelt“, so Reiferth.

Der Hund spielt zwar auch heute noch eine große Rolle in der Klasse. „Aber anders als man erst denkt, ist er nicht störend“, sagt die Lehrerin. „Anfangs ging es schließlich nur um ihn. Danach wurde er ein Klassenkamerad.“

Ein Kamerad, dessen Anwesenheit besondere Vorzüge für die Klassengemeinschaft mitbringt. Die Lust, zur Schule zu gehen, wenn dort sein flauschiger Freund auf den Schüler wartet, wird immens erhöht. Die Kinder entwickeln Verantwortungsbewusstsein – schließlich muss der Wassertopf immer wieder aufgefüllt werden, der Klassenraum ordentlich und die Tasche geschlossen sein. Es darf nicht zu laut werden, nur zwei Kinder dürfen Pelle gleichzeitig streicheln und er bekommt nur sein Futter – das sind die Regeln.

Wer sich daran hält, bekommt einen Gutschein. Fünf Minuten exklusive Zeit mit Pelle. „Das ist richtig cool“, meint Schülerin Başak zufrieden, während sie mit dem Hund in ihrer exklusiven Pelle-Zeit eingehend kuschelt.

Der genießt die Zeit mit den Kindern genauso. Seine aufgeschlossene, neugierige Art lockt sogar die schüchternsten Kinder aus der Reserve. Ein Schüler ohne Deutschkenntnisse hat früher nicht gesprochen. „Seit Pelle da ist, konnte man zugucken, wie er langsam aus seinem Schneckenhaus kam“, erzählt die Lehrerin freudig. Pelle erinnere ihn an seinen Hund in der Heimat.

Der Labradoodle ist sehr stressresistent. Anders könnte er seinen Job, bei dem das ein oder andere Kind auf seinem Rücken liegt oder ihm liebestoll eine feste Umarmung verpasst, nicht aushalten.

Die Aufgabe, die der Hund dadurch bekommt, gleicht ihn aus. „Nach einem Schultag ist Pelle erstmal erledigt“, so sein Frauchen, „aber nach einem Tag Pause möchte er immer wieder mitkommen.“

Ein Hund in der Klasse begünstigt nicht nur eine ruhigere Atmosphäre, das ausgeglichene Gemüt dieses Vierbeiners fördert auch das Einfühlungsvermögen der Kinder. Schließlich funktionieren die Sinne eines Hundes anders als die eines Menschen. Da muss man erstmal überlegen: Wie ist es für Pelle, wenn ich laut durch die Klasse schreie? „Die Schüler gehen jetzt auch miteinander anders um“, sagt Reiferth.

Im Unterricht hilft Pelle tatkräftig mit. Heute: in Mathe. Die Schüler gehen nach vorn, würfeln mit Hundeleckerchen in einer Kiste und müssen die Zahlenfelder, auf denen die Leckerchen gelandet sind, miteinander multiplizieren. Wenn die Aufgabe gelöst wird, bekommt Pelle die Leckerchen.

 
 

Foto: Pelle ist Başaks und Elinas Klassenkamerad. Während sie an einer schwierigen Matheaufgabe knobeln, kaut er genüsslich auf seinem Lieblingskuscheltier: der Karotte. Und hilft natürlich, wenn Fragen aufkommen. Foto: Hannah Schrand

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